Dienstag, Februar 06, 2007

Arrivederci Calcio?

Der Calcio in Italien ruht. Ob nur am letzten Wochenende oder für längere Zeit, ob es nur eine Auszeit von der Gewalt oder ein Stopp des Bürgerkrieges auf den Rängen und im Umfeld der Stadien ist, werden nur die hoffentlich noch kommenden Spieltage zeigen können. Der Kardinal und Staatssekretär im Vatikan Tarcisio Bertone schrieb in der amtlichen Zeitung von Vatikanstadt von unannehmbaren Wahnsinn und forderte sogar eine einjährige Pause des Spielbetriebes in den Ligen Italiens. Zwei Tote innerhalb einer Woche und gewaltätige Aussschreitungen egal in welcher Spielklasse sind zu beklagen. Beim sizilianischen Derby in der höchsten italienischen Spielklasse, der Serie A zwischen Catania Calcio und US Palermo begann das Spiel mit einer Schweigeminute für den am vorangegangenen Wochenende totgeschlagenen Funktionär eines unterklassigen Vereines aus Kalabrien. Im Verlauf der Partie konnten dann Hooligans ca. 1500 Polizisten in schwere Kämpfe verwickeln, die im Umfeld des Stadions andauerten und den Tod des 38jährigen Polizeiinspektors Filippo Raciti verursachten. Das Spiel wurde zu Ende geführt, obwohl bereits bei Abbrennen und Schleudern von Feuerwerkskörpern der italienische Fußballverband den sofortigen Abbruch verlangt. Die Gründe, warum beide Mannschaften unter diesen Umständen weiter spielten, bleiben rätselhaft. Es scheint, als würde mit der Auszeit nur eine weitere Eskalation und ein Hochschaukeln des Kräftemessens vermieden, denn die Ratlosigkeit bei den staatlichen Stellen von Justiz und Polizei und den Funktionären im Verband schwankt zwischen Kampfansagen ('Krebsgeschwüren, die man ausmerzen wolle', so Sportministerin Melandri) und Kapitulation und Resignation - keine Polizisten in die gesetzlosen Orte (Stadien) mehr schicken zu wollen, laut Innenminister Amato.

Wenn der Calcio wieder angepfiffen werden sollte, sind die Probleme auf den Rängen nicht weg, die einschlägigen Personen weiterhin gewaltbereit. Der Fußball bietet die Bühne für ihre Exzesse und kann nur rollen, wenn auch die Idole der Vereine Distanzierung üben. Der Calcio ist mehr als seine gewalttätigen Tifosi.

Anbei schockierende Bilder von den Kämpfen in und um das Stadion:








Donnerstag, Januar 25, 2007

Ein Zwanziger für Johansson

Der Fußball im dritten Jahrtausend seit Beginn der Zeitrechnung hat seine spirituelle Wirkung nicht nur auf dem hektargrossen Platz samt seiner zweiundzwanzig Spieler, einem Ball und der vier Schiedsrichter entfaltet, sondern auch in den Gremien der Verbände, die sich wie eine Pyramide innerhalb der Nationen und Kontinente aufbaut und ob seiner Wirkung in Ökonomie und Medien auf Kongressen, wie dem 31. ordentlichen des europäischen Verbandes – UEFA in Düsseldorf am 25./26. Januar diesen Jahres einen besonderen Anlass für Interessenartikulation bietet.


Es steht nicht weniger als die Wahl eines neuen Präsidenten am zweiten Tag der Veranstaltung auf dem Programm und es werden zwei Kandidaten antreten: der seit 1990 amtierende Inhaber Lennart Johansson und das Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees Michel Platini. Entscheiden werden 52 stimmberechtigte Teilnehmer der Mitgliedsverbände, darunter der Vertreter des Deutschen Fußballbundes (DFB). Der DFB-Präsident Theo Zwanziger gab der Frankfurter Rundschau ein Interview, in dem er eindeutig für den derzeitigen 77jährigen Präsidenten Johansson plädiert und vor einem Aufreissen von Gräben warnt. Welche Interessen des DFB er mit einem Präsidenten Platini gefährdet sieht, läßt er mit einem Lob der derzeitigen Amtsführung Johanssons erahnen, wo er mehr als Lobbyist bei der EU unterwegs ist als in der UEFA-Zentrale in Nyon seines Amtes zu walten, und Deutschland deutlich bei der Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2006 unterstützte. Neue Pläne für die kommende Amtszeit formuliert der Unterstützer Zwanziger mit dem Bestreben mehr Einfluß der geldgebenden Verbände bei Abstimmungen, also Abkehr vom Motto 'Ein Verband – eine Stimme', behutsam einzuführen, was mit seinem folgendem Argument belegt wird:


„Klar ist: Die Uefa muss auch die Starken schützen, damit die sich am Fußballmarkt behaupten können - nur dann können die Ausgleichsmechanismen greifen. Rücksichtnahme auf die Großen und deren Leistungsfähigkeit ist gefragt. Dann haben die Kleinen die beste Chance, zu profitieren und sich weiterzuentwickeln. „


Es scheint, als ob sogenannte Kleine sich nicht selber artikulieren und Ideen und Forderungen einbringen können sollen und ökonomische Kriterien das alleinige Maß darstellen sollen, um ein Status Quo bezüglich der Einflußsphären in den Gremien und der Zentrale zu konsolidieren und auszubauen. Zwanziger spricht auch nicht von Starken und Schwachen, sondern von Grossen und Kleinen. Sportlich aufstrebenden Verbänden aus Osteuropa, wie zum Beispiel Rumänien kratzen ob ihrer Stärke in den europäischen Klubwettbewerben an der Anzahl der Startplätze des deutschen Verbandes für die Champions League oder den UEFA-Pokal. Sollten mitglieder- und finanzstarke Verbände aber darauf über ihre Gremienarbeit Einfluß nehmen können, wäre die sportliche Durchlässigkeit und Egalität bei Abstimmungen, wie sie zur Zeit vorherrschen, gefährdet.


Bewerber Platini zielt genau in die entgegengesetzte Richtung: Als Beispiel mag sein Vorschlag für eine Begrenzung der teilnehmenden Mannschaften eines Verbandes an der UEFA Champions League auf maximal 3, was für die Premiership in England, die Primera Division in Spanien und die Serie A in Italien jeweils den Verlust eines Startplatzes bedeuten würde, gelten. Es würde mehr sportlicher und ökonomischer Wettbewerb Einzug halten, da sich damit die Attraktivität eines osteuropäischen Vereins mit einem Startplatz in der höchsten europäischen Spielklasse für Spieler und Sponsoren erhöht. Damit würde der Transfer aus dem osteuropäischen Spielerreservoir für westeuropäische etablierte Klubs reduziert und damit sportliche Egalität möglich. Mehr Spiele in europäischen Wettbewerben für die vermeintlich Kleinen bedeutet auch mehr Möglichkeiten beim Punktesammeln für den UEFA-Fünfjahres-Koeffizienten, der wiederum die Verteilung der Startplätze regelt. Hier wieder ein konkretes und aktuelles Problem des deutschen Fußballs: Sollten die rumänischen Klubs in den europäischen Pokalwettbewerben in diesem und den kommenden Jahren sportlich besser Abschneiden, als die deutschen Vertreter, droht der Verlust eines direkten Startplatzes für die UEFA Champions League für den DFB.


Wenn Herr Zwanziger mit der Unterstützung des Kandidaten Johansson die Interessenwahrnehmung sportlich Aufstrebender aber ökonomisch Kleiner untergräbt, so steht vielleicht nicht der sportliche Wert des Mannschaftssportes Fußball zur Disposition, da sich gute Spieler und Trainer egal wo ob ihrer Qualitäten durchsetzen werden, aber Vielfalt und Pluralität bezüglich der Verteilung sportlicher Innovationen und finanziellen Reichtums der Vereine in Europa wäre der Riegel vorgeschoben.

Die Gräben werden nicht erst mit der Favorisierung des ehemaligen Fußballspielers Platini gegenüber dem Angler Johansson entstehen, sie sind bereits da.

Dienstag, Januar 09, 2007

Neuzugänge in der Winterpause // update

Nach der Gruppenphase der UEFA Champions League Anfang Dezember 2006 und dem Achtelfinale Ende Februar 2007 liegen Urlaub, Trainingslager und die Tätigkeiten auf dem Transfermarkt, um für das kommende Halbjahr in den nationalen Ligen und im internationalen Wettbewerb ein gutes Team zu bilden.

Nach den UEFA-Regularien dürfen die 16 verbliebenen Vereine bis zum 1. Februar maximal drei spielberechtigte Neuzugänge für die restlichen Begegnungen dieser Saison verpflichten. Einer dieser möglichen drei Neuzugänge darf auch schon für einen anderen Klub im Europapokal gespielt haben - solange er nicht für einen Verein aufgelaufen ist, der im selben Wettbewerb vertreten war beziehungsweise vertreten ist.

Die 16 qualifizierten Vereine haben dabei folgende Spieler verpflichtet:

Jordy Brouwer (Liverpool FC , 18 Jahre alt, Angreifer, ehemals AFC Ajax/NED)







Massimo Oddo (AC Mailand, 29 Jahre alt, Verteidiger, bis -, ehemals Lazio Rom/ITA)







Ludovic Obraniak (LOSC Lille Métropole , 22 Jahre alt, linkes Mittelfeld, bis -, ehemals FC Metz/FRA)
















Milan Baros (Olympique Lyon , 25 Jahre alt, Angreifer, bis 2011, ehemals Aston Villa/ENG)




















Mark Brown (Celtic FC , 25 Jahre alt, Torwart, bis 2011, ehemals Inverness Caledonian Thistle/SCO)






Marco Storari (AC Mailand, 29 Jahre alt, Torwart, bis 2010, ehemals FC Messina/ITA)


Daniele Padelli(Liverpool FC , 21 Jahre alt, Torwart, ausgeliehen von Sampdoria Genua/ITA)







Emiliano Insúa(Liverpool FC , 18 Jahre alt, Linksverteidiger, ausgeliehen von CA Boca Juniors/ARG)








Leandro Grimi (AC Mailand, 21 Jahre alt, Linksverteidiger, bis 2011, ehemals Racing Club de Avellaneda/ARG)







Christian Wilhelmsson (AS Roma, 27 Jahre alt, Mittelfeldspieler, ehemals FC Nantes/FRA)

















Fernando Gago (Real Madrid CF, 20 Jahre alt, Mittelfeldspieler, ehemals Boca Juniors/ARG)







Gonzalo Higuaín (Real Madrid CF, 19 Jahre alt, Angreifer, bis 2013, ehemals River Plate/ARG)









Marcelo Vieira Da Silva Júnior (Real Madrid CF, 18 Jahre alt, Linksverteidiger, bis 2012, ehemals Fluminense/BRA)





Lucas Mareque (FC Porto, 23 Jahre alt, Linksverteidiger, bis 2010, ehemals CA River Plate/ARG)











Jonathan Reis (PSV Eindhoven, 17 Jahre alt, Angreifer, bis 2012, ehemals CA Mineiro/BRA)

Henrik Larsson (Manchester United FC, 35 Jahre alt, Angreifer, für 3 Monate ausgeliehen von Helsingborgs IF/DEN)

Dienstag, Dezember 12, 2006

Keine Titel und doch Favoriten: Chelsea FC und Lyon


Nach dem sechsten und letzten Spieltag der Gruppenphase der UEFA Champions League stehen nun die 16 Teilnehmer der im kommenden Frühjahr ausgespielten Ausscheidungsrunden beginnend mit dem Achtelfinale fest. Auffallend ist die vollständige Abstinenz jeglicher Vertreter aus Ost- und Südosteuropa, wohingegen von den teilnehmenden letztjährigen Achtelfinalisten sich alle Vereine ausser Werder Bremen und Benfica Lissabon wieder für die nächste Runde qualifizierten.
Inter Mailand und dem PSV Eindhoven reichten in 6 Spielen jeweils 5 Tore, um in ihren Gruppen als Zweitplatzierte weiterzukommen. Die meisten Gegentreffer der Qualifikanten haben Celtic Glasgow mit 9 dicht gefolgt von Real Madrid mit 8 in der Torebilanz.
Die wenigsten Treffer mussten Bayern München, Arsenal London und Olympique Lyon mit jeweils 3 Toren hinnehmen, wobei einzig Lyon und München auch ungeschlagen blieben.
Am ersten und letzten Spieltag wurden jeweils mehr als 40 Tore erzielt und Spieltag vier war mit 35 Treffern der torärmste.
Den höchsten Zu-Null-Sieg feierte der FC Barcelona am ersten Spieltag mit einem 5:0 gegen Levski Sofia und die meisten Tore fielen in den Partien zwischen Olympiakos Piräus und FC Valencia (2:4) sowie Real Madrid und Dynamo Kiew (5:1) mit jeweils 6 Treffern.
Die drei qualifizierten Vertreter der spanischen Primera Division erzielten nicht weniger als 12 Treffer und Real Madrid hat mit 14 Toren am häufigsten von allen 32 Klubs eingenetzt.
Ebenfalls weitergekommen sind die drei Klubs aus der italienischen Serie A mit den beiden Mailänder Klubs AC und Inter sowie dem AS Rom.
Alle 5 Vereine von der britischen Insel - die Londoner Chelsea FC und Arsenal FC, Manchester United, Liverpool FC und Celtic Glasgow aus Schottland erreichten das Achtelfinale.
Aus Frankreichs Ligue 1 ist die wohl stärkste Mannschaft der Gruppenphase der UEFA Champions League Olympique Lyon (einziges Team, dass an jedem Spieltag ein Tor erzielte) und der OSC Lille in die nächste Runde eingezogen.
Komplettiert wird das Feld durch jeweils eine Mannschaft aus der deutschen, niederländischen und portugiesischen Liga mit Bayern München, dem PSV Eindhoven und dem FC Porto.
Sechs der zehn Mannschaften haben den früheren europäischen Landesmeisterpokal und heutigen Champions League Titel noch nicht gewonnen und werden nun versuchen, nach der Trophäe zu greifen, wobei sich der Chelsea FC mit seinen Investitionen in das Personal und den dadurch gestiegenen Ansprüchen schon als zukünftiger Gewinner sieht.
Die Auslosung des Achtelfinales findet am Freitag, den 15.Dezember statt. Mannschaften aus einem Land und aus einer gemeinsamen Gruppe werden nicht zueinander gelost. Die Erstplatzierten einer Gruppe treffen auf einen Zweitplatzierten und haben im Rückspiel der zwei Ausscheidungsspiele Heimrecht. Die Spiele finden zwischen dem 20. Februar und dem 7.März 2007 statt.

Dienstag, Dezember 05, 2006

Sechs aus elf


Um die 6 noch nicht vergebenen Achtelfinalplätze wettkämpfen noch 11 Mannschaften, wobei in den Gruppen B, C und E bereits alles entschieden ist. Allein am Mittwoch werden in den Gruppen F, G und H vier noch freie Plätze vergeben. Am Dienstag spielen die beiden Konkurrenten um den zweiten Platz in der Gruppe A, der FC Barcelona und Werder Bremen im Stadion Camp Nou gegeneinander und nur ein Sieg kann den Titelverteidiger Barca in die nächste Runde bringen. Sollte er nicht gelingen, jubelt der Bremer Manager Klaus Allofs doppelt, feiert er doch am Spieltag seinen 50sten Geburtstag.
Am Dienstagabend kann der AS Rom in Gruppe D mit einem Unentschieden gegen den Tabellenführenden FC Valencia seinen Achtelfinalplatz endgültig und aus eigener Kraft sichern. Nur theoretisch kann Shakhtar Donetsk im schweren Auswärtsspiel bei Olympiakos Piräus und einem entsprechenden Resultat in Rom das Achtelfinale noch erreichen.

Am Mittwoch könnte ZSKA Moskau den am 5. Spieltag verlorenen Achtelfinalplatz bei einem Erfolg bei den noch sieg- und punktlosen Hamburgern zurückerobern und als lachender Dritter vor dem FC Porto oder dem Finalisten der letzten Saison Arsenal FC in die Runde der 16 einziehen und somit der einzige osteuropäische Vertreter sein, der die Gruppenphase übersteht. Porto und Arsenal stehen sich in einem Endspiel gegenüber und können nur bei einem Hamburger Punktgewinn zusammen weiterkommen.
Falls die Nachricht einer Führung ZSKA's im Dragao-Stadion zu Porto aus dem zeitgleich stattfindenden Spiel in Hamburg eintrifft, könnte das Spiel drachenähnlich Feuer fangen.
Ein zweites portugiesisch-englisches Endspiel in Gruppe F steigt in Old Trafford zu Manchester.
Dort kann Benfica Lissabon, wie schon im letzten Jahr zur Endstation für Fergusons Mannschaft werden. Eine gute Vorbereitung und Motivation Benficas ist Gewiss, haben sie doch Freitag vergangener Woche auswärts den Lokalrivalen und Champions League Teilnehmer Sporting Clube de Portugal mit 2:0 besiegt.
Auch in Gruppe H wird auf den jeweils anderen Plätzen gehorcht werden, kann der OSC Lille doch nur bei entsprechendem Ergebnis des AEK Athen das Achtelfinale erreichen. Beide Kandidaten spielen auswärts, wobei Athen in Anderlecht und Lille beim AC Milan zu Gast ist.

Montag, November 20, 2006

ZSKA maximal?

Die Dienstagsspiele

Der sportlicher Höhepunkt des 5. Spieltages der Gruppenphase der UEFA Champions League findet am Dienstag im Madrider Bernabeu-Stadion zwischen Real Madrid und den bisher gegentorlosen und punktverlustfreien Olympique Lyon statt.
Können van Nistelrooy und Co die Mannschaft von Gerard Houllier besiegen? In der letzten Saison konnte Real Madrid am gleichen Spieltag zu Hause nur ein 1:1 erreichen. Mit diesem Ergebnis wäre Real zwar im Achtelfinale, doch der Anspruch ist nach der wiederholten Hinspielniederlage in Lyon naturgemäß ein Sieg.
Dagegen streiten Bukarest und Kiew realistisch um Platz 3 in der Gruppe E, den Steaua bei einem Sieg zu Hause gegen Dynamo sichern würde und damit einen Startplatz im UEFA-Pokal einnehmen würde.

In Gruppe F stehen 2 vorentscheidende Spiele im Wettbewerb um die internationalen Startplätze an: Celtic Glasgow muss als derzeitiger Zweitplatzierter zu Hause gegen Manchester United punkten, um die Gegnerschaft aus Lissabon und Kopenhagen auf Distanz zu halten. Benfica kann im Heimspiel bei einem Sieg entweder nach Punkten gleich- oder sogar vorbeiziehen. Neuling Kopenhagen hat nur nach einem Überraschungserfolg noch Chancen auf das Achtelfinale.

Auch in Gruppe G liegen 3 Mannschaften eng beeinander und die beiden Heimmannschaften haben die Möglichkeit, einen Abstand herauszuarbeiten. Arsenal FC empfängt dabei den erfolglosen Null-Punkte-Klub Hamburger SV und der Tabellenerste ZSKA Moskau trifft auf den Zweiten FC Porto. ZSKA Moskau hat mit erst 2 eigenen Toren und nach 4 Spielen ohne Gegentreffer bereits 8 Punkte geholt. Sollte ein Sieg gelingen, ist ZSKA sicher im Achtelfinale.

Dem in der italienischen Serie A schwächelnden AC Mailand reicht im Auswärtsspiel in Athen bei AEK ein Unentschieden, um bereits vorzeitig das Achtelfinale zu erreichen. Den Drittplatzierten Athener hingegen würde ein prestigeträchtiger Sieg gegen Mailand noch realistische Chancen vor dem letzten Spieltag auf dem Weg in die Ausscheidungsrunde und eventuell in das Finale im Mai nächsten Jahres an heimischer Stätte geben. In der zweiten Partie kann der OSC Lille als Zweitplatzierte Mannschaft der Gruppe H zu Hause gegen den RSC Anderlecht bei einem Sieg ihren Achtelfinalplatz absichern.

Die Spiele am Mittwoch

Titelverteidiger FC Barcelona reist als derzeit Drittplatzierter der Gruppe A nach Sofia und muss unbedingt siegen, wollen sie nicht Gefahr laufen, das Achtelfinale zu verpassen. Werder Bremen hat 2 Punkte Vorsprung auf Barca und kann mit einem Unentschieden gegen den schon qualifizierten Chelsea FC auf ein Endspiel am letzten Spieltag im Camp Nou hoffen.

In der Gruppe B trifft Inter Mailand zu Hause auf den nur einen Punkt hinter ihnen liegenden Sporting Club de Portugal aus Lissabon. Für Inter ist dieses Spiel entscheidend und nur bei einem Sieg sind sie sicher im Achtelfinale. Sollte Sporting einen Punkt entführen, bliebe ihnen die Chance am letzten Spieltag zu Hause gegen Spartak Moskau Inter noch zu überflügeln.
Für den Qualifizierten FC Bayern München gilt es, die Tabellenführung in Moskau bei Spartak auszubauen. Die Münchner werden dabei erstmals ein Pflichtspiel auf Kunstrasen absolvieren. Spartak hingegen gehört zu den Mannschaften die bisher noch keinen Sieg erspielen konnten und Bayern hat noch kein Gegentor kassiert.

In Gruppe C sind die beiden Achtelfinalplätze bereits an den Liverpool FC und PSV Eindhoven vergeben. Die beiden anderen Teilnehmer Girondins und Galatarasay spielen in Bordeaux um den Einzug in den UEFA-Pokal im nächsten Frühjahr.

Der AS Rom breucht in Gruppe D aus ihrem Spiel bei Shaktar Donezk nur noch einen Punkt, um ihren zweiten Platz hinter dem bereits qualifizierten FC Valencia zu sichern. Olympiakos Piräus bräuchte im Spiel in Valencia unbedingt einen Sieg und die Niederlage des AS Rom, damit theoretisch ein Weiterkommen möglich bleibt. Donezk hingegen steht vor einem schweren Restprogramm und kann nur hoffen, am letzten Spieltag noch in Reichweite des dritten Platzes zu sein.

Donnerstag, November 02, 2006

Mourinho lässt sich fallen


Am 4. Spieltag der UEFA Champions League trafen in Gruppe A die bis dato ungeschlagenen Londoner vom Chelsea FC im Stadion Camp Nou auf den Titelverteidiger FC Barcelona. 90199 Zuschauer sahen ein rasantes und hochklassiges Rückspiel, nachdem Barcelona vor 2 Wochen in London mit 0:1 verlor. Bis zur Nachspielzeit von 6 Minuten, angezeigt vom italienischen Schiedsrichter Stefano Fraina, lag Barcelona mit 2:1 in Führung und musste dann in der 93. Minute den Ausgleich im letzten Chelsea-Angriff des Spiels durch Didier Drogba hinnehmen.

Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter noch vor der anvisierten Zeit ab, was im Nachhinein zu einer direkten Reaktion auf dem Platz von Barca-Trainer Frank Rijkaard führte. Er zeigte dem Referee 6 Finger, um seine Unmut über die lange Nachspielzeit und das frühe Abpfeifen begreiflich zu machen. Das Spiel verzeichnete 10 gelbe Karten, wobei 6 an Chelsea-Spieler gingen und sie damit zur verhältnismäßigen Härte des Spiels beitrugen. Einige Aktionen von Seiten der Londoner blieben ungesühnt, so zum Besipiel ein Tritt von Carvalho gegen den Torschützen zum 1:0 für Barcelona Deco. Wegen der hohen Anzahl an gelben Karten für den Chelsea FC, nimmt die UEFA Ermittlungen auf, und es wird automatisch zu einer Strafe in Form von Spielsperren führen.

Schon in der 3. Minute nach Anpfiff der Partie schoss Deco aus 18 Metern von halblinks erstmals auf das Tor von Chelsea und der Ballfand seinen Weg durch die Beine des heranstürzenden Innenverteidigers Carvalho und vorbei an dem sich streckenden Torhüter Hilario halbhoch hinein in das lange Eck zur Führung für Barcelona. Daraufhin konnten bei weiteren aussichtsreichen Aktionen Messi von rechts und Ronaldinho von links den Ball und die Gefahr in den Strafraum der Londoner bringen. Allein der erfolgreiche Abschluss und mit ihm der langzeitverletzte Stürmer Eto’o, der ein weiteres Mal von Gudjohnsen, einem Ex-Chelsea-Spieler ersetzt wurde, fehlten.

Chelsea versuchte über Standards und Kopfbälle, den Ausgleich zu erzielen, aber die Abwehr um Puyol und Marquez und ein gut haltender Valdes bei Barcelona, wussten dies adäquat zu verhindern. Zur Halbzeit hatte Schiedsrichter Fraina bereits 5 gelbe Karte gezeigt. Barcelonas Trainer Rijkaard hatte bis dahin mit seiner veränderten Aufstellung in Bezug zum Hinspiel, mit der Hereinnahme von Motta statt Iniesta im Mittelfeld und der Formverbesserung von Ronaldinho und Deco für erfolgreiche Akzente gesorgt. Da Chelsea-Trainer Mourinho auf Sieg spielen wollte, wie er im Vorfeld ankündigte, mussten neue Angriffsbemühungen in Halbzeit zwei erwartet werden. Sieben Minuten nach Wiederanpfiff dann das ersehnte Tor nach einem gelupften Schlenzer von Frank Lampard von der linken Seitenauslinie über Torhüter Valdes hinweg - sehenswert und bewunderungswürdig, fast unmöglich und doch unhaltbar. Das Spiel nahm mit dem Ausgleich wieder an Tempo zu und die Chelsea-Abwehr sah sich nun wie schon im Hinspiel in London eingeschnürt an der Strafraumgrenze dribbelnden Kreativspielern gegenüber. Anders als 2 Wochen zuvor an der Stamford Bridge gelang der Gegenschlag nur sechs Minuten später im Fünf-Meter-Raum. Von links kommend setzte sich Ronaldinho nach langem Diagonalpass gegen Chelsea-Verteidiger Boulahrouz durch, drang in den Strafraum ein und bediente mit dem rechten Aussenrist den in der Mitte abstaubenden Gudjohnsen, der in Goalgettermanier einschob. Selten war in dieser Saison Barcelona so ein Tor gelungen und mit dieser geradlinigen, konkreten und erfolgreichen Aktion könnte ein neuer Torjäger in Abstinenz von Eto’o gefunden sein.

Auch kurz danach bekam Gudjohnsen nach einem hohen Pass abermals von Ronaldinho über die Chelsea-Awehr hinweg in den Strafraum die Chance, einen weiteren Treffer zu erzielen, allein er verfehlte mit seinem Schuss weit das Tor. 20 Minuten vor Schluss reagierte Trainer Mourinho und brachte kurz nacheinander Kalou und Joe Cole für Robben und Boulahrouz und er setzte damit noch mehr auf Offensive. Essien rückte nach rechts und Cole spielte auf der selben Seite vor ihm. Chelsea begann sich nun wieder Möglichkeiten zu erspielen, und eine dieser Chancen vergab auf Zuspiel von Lampard von der linken Seite in den Rückraum der Barcelona-Abwehr mit einem Schuss Michael Ballack. Die beiden Michaels - Ballack und Essien - auf Seiten Chelseas gehörten zu den Spielern des Abends, die am häufigsten Fouls begingen - an der Zahl sechs. Zehn Minuten vor Ende des Spieles erinnerte die Balleroberung von Chelsea eher Nahkampf denn fairem Zweikampf sowie beleidigter Reaktionen gegenüber den Gegenspielern. So musste der am meisten gefoulte Spieler auf dem Platz - Deco - in dieser Zeit einen Tritt von Carvalho hinnehmen, der ungeahndet blieb und eine Unsportlichkeit von Chelsea-Kapitän Terry, für die der Verursacher natürlich gelb sah.

Die Hoffnung auf den Ausgleich schwand mit dem Ablaufen der Spielzeit auf Seiten Chelseas und die Einwechslungen brachten nicht die erwünschten Belebungen. Der Schiedsrichter entschied ob der vielen Unterbrechungen, hervorgerufen vornehmlich durch Fouls der Chelsea-Spieler, auf sechs Minuten Nachspielzeit. In der letzten Angriffsaktion kam Essien auf rechts in Höhe des Strafraumes und flankte über die versammelten Mit- und Gegenspieler hinweg zu Terry, der den Ball, nun bereits links im Strafraum auf den wartenden Drogba gab und nach einer kurzen Vorlage vollendete dieser mit links vorbei an Innenverteidiger Marquez hinein in die kurze Torwartecke von Valdes.

Barcelonas Trainer Rijkaard war wegen der langen Nachspielzeit und der Irritierung seiner Spieler sehr verärgert über das unglückliche Ende der Begegnung. Wohingegen Chelsea-Trainer Mourinho einem Spieler gleich seine Anzughose beim Knierutsch über den Rasen des Camp Nou ob des unfassbaren Glücks beschmutzte. Wenig später soll er noch nach seinem eigenen Diving das vemeintliche schnelle Fallen der Barcelona-Spieler moniert haben. Wer das Spiel sah, kennt die Wahrheit und die UEFA-Statistik weist 29 Fouls seitens des Chelsea FC aus.