Montag, September 11, 2006

Viereinhalb Millionen garantiert


Die UEFA Champions League (UCL) startet in ihre 15. Saison und wird mit den 32 Teilnehmern bis Anfang Dezember 16 Mannschaften die Qualifikation für das Achtelfinale im Frühjahr des kommenden Jahres an jeweils 2 Tagen aller 2 Wochen ausspielen. Die Gruppen A bis D werden am Dienstag die Spielzeit 2006/07 zeitgleich ab 20:45 Uhr eröffnen. Der aktuelle Titelträger FC Barcelona wird in Gruppe A auf den UCL-Neuling Levski Sofia treffen, der zugleich der erste bulgarische Verein in diesem europäischen Pokalwettbewerb ist. Mittelfeldspieler Daniel Borimirow, der 8 Jahre bei 1860 München spielte, könnte dabei sein Debüt mit 36 Jahren im Stadion Camp Nou geben. Ob Sofia ein Chance auf einen besseren als den 4. Platz in ihrer Gruppe mit den weiteren Gegnern Chelsea FC und Werder Bremen haben wird, kann sich in den Heimspielen in den kommenden Spielrunden zeigen. In der nationalen Meisterschaft liegen sie aktuell nach 5 Spieltagen auf dem 3. Platz und haben schon 19 Tore geschossen und keines bekommen. Sollten sie im eigenen Stadion 2 oder 3 Punkte erspielen, ist der dritte Platz und damit ein Weiterkommen in den UEFA-Pokal im Jahr 2007 möglich.
Im zweiten Gruppenspiel wird Werder Bremen nach dem Aus im DFB-Pokal nun an der Londoner Stamford Bridge gastieren. Chelsea FC hat am vergangenen Wochenende dort in der englischen Premiership Charlton Athletic mit 2:1 nach Toren von Drogba und Carvalho besiegt . In der letzten Spielzeit gewannen sie am ersten Spieltag der UCL gegen den RSC Anderlecht mit 1:0. Falls Bremens Stürmer Miroslav Klose auf Grund einer Verletzung nicht spielen kann, sollte es Werder schwer fallen, den Londonern entsprechend Paroli, was mindestens ein Tor bedeutet, bieten zu können.
In Gruppe B wird der neue italienische Meister Internazionale Mailand in Lissabon auf einen der drei portugiesischen Vertreter in der UCL – Sporting treffen. Nach dem 3:2 Auswärtserfolg in der Serie A beim AC Florenz ein erster wahrlich internationaler Prüfstein für die neu aufgestellte Mannschaft von Trainer Mancini. Die Neuankömmlinge aus London und Turin kennen den europäischenn Wettbewerb und werden im Angriff mit Ibrahimovic und Crespo und im Mittelfeld mit Vieira ein neues Inter-Team formen, um in dieser Spielzeit die italieniesche Meisterschaft (Scudetto) auch sportlich zu erringen, und darüberhinaus dem eigenen Namen endlich Ehre zu erweisen.
In dieser Gruppe hat Bayern München Heimrecht gegen Spartak Moskau und kann mit einem vermeintlich leichten Gegner die erste Phase der Saison beginnen. Vor einem Jahr konnten sie auswärts bei Rapid Wien mit 1:0 gewinnen.
In Gruppe C könnten sich nach dem ersten Spieltag erste Überraschungen zeigen. Girondins Bordeaux wird in Istanbul auf Galatarasay treffen. Dort ist extra für die internationalen Begegnungen ein neues und größeres Stadion gemietet worden, um dem Zuschauerzuspruch gerecht zu werden und natütlich mehr Einnahmen generieren zu können. Bordeaux konnte sich in der französischen Ligue 1 direkt für die UCL qualifizieren und mit dem Ex-Bremer Micoud einen in dieser Klasse erfahrenen Mittelfeldspieler verpflichten.
Der PSV Eindhoven tritt zum Einstand von Trainer Koeman gegen den Liverpool FC an. Koeman trainierte in der letzten Saison noch Benfica Lissabon und besiegte die Reds im Achtelfinale, um dann im Viertelfinale am späteren UCL-Sieger zu scheitern. Nun zurück in den Niederlanden wird er auf Cocu verzichten müssen, da dieser noch eine Sperre aus der letzten Saison auf der Tribüne absitzen wird. Liverpool kommt nach einer blamablen 0:3 Niederlage gegen Lokalrivale Everton in der englischen Meisterschaft und einigen Verletzungsproblemen nach Eindhoven.
Olympiakos Piräus ist dem Endspielort der UCL am nächsten und muss doch einen langen Weg bis dorthin erst erfolgreich gestalten und zu Anfang gegen Valencia FC spielen. Die Spanier bewiesen am Wochenende im Auswärtsspiel bei Atletico Madrid, dass mit 1:0 gewonnen wurde, eine gute Form.
Im zweiten Spiel dieser Gruppe wird im Stadio Olimpico AS Rom auf den ukrainischen Vertreter Shaktar Donezk treffen.
Finanziell kann in dieser Saison jeder der 32 Klubs für das Erreichen der Gruppenphase schon mit 2 Millionen Euro Einnahmen sicher rechnen. Hinzu kommen 400 000 Euro Antrittsprämie pro Spiel und je nach Resultat für einen Sieg nochmal 600 000 Euro und die jeweils 300 000 für Unentschieden spielende Mannschaften. Der Basisertrag ohne Zuschauereinnahmen und TV-Geldern beträgt damit 4,4 Millionen Euro und scheinen lukrativ für kleiner budgetierte Vereine und Peanuts für die europäischen Großklubs.

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